Geschichte

Geschichte des Geländes

unser knapp 4000 m2 großes Gelände hat eine wechselvolle Geschichte.

Was war hier früher?

Im 19. Jahrhundert soll es bereits Schuttplatz der Königlichen Porzellan-Manufaktur KPM gewesen sein.

Laut Berichten von alteingesessenen Nachbarn war in Zeiten der DDR der vordere Teil vom Eingang aus ein Schulgarten die hintere Hälfte zusammen mit der Fläche die heute den benachbarten Weingarten beherbergt ein Sportplatz.

Später wurde das gesamte Gelände einschließlich des heutigen Weinguts als Bauplatz für die Errichtung einer Plattenbausiedlung in der Nähe genutzt auf dem Baumaterialien, Schwere Maschinen und Schutt gelagert wurde. Die Metallcontainer, die wir heute als Gebäude nutzen, wurden ursprünglich als Wohnungen für die Bauarbeiter aufgestellt. Schwere Maschinen und Bauschutt prägten das Gelände, weshalb der Boden in bestimmten Teilen stark verdichtet ist.

Bis etwa 2006 nutze das Grünflächenamt diese als Bürocontainer und das Gelände zur Endlagerung von Siebresten aus zusammen gekehrtem Straßendreck Aus letzterem besteht noch der Kern unseres heutigen “GöttinnenHügel”s am Teich.  Dann folgten 10 Jahre Leerstand.

Wie wurde der Garten entdeckt?

Mama Hannah entdeckte das Gelände weil sie ihre Kinder zum Kindergarten hinten bei den Hochhäusern brachte. Sie informierte Freunde darüber, die sich dann gerade in der Permakultur-Ausbildung befanden und Projekte zum Gestalten suchten. Diese Menschen fragten bei der Stadt nach, ob das Gelände zu pachten sei … und im Herbst 2016 wurde der Pachtvertrag unterschrieben. Dieser läuft unbestimmt aber mit 3-monatiger(!) Kündigungsfrist und einer Staffelmiete die sich jährlich um 100 Euro pro Monat erhöht.
Wir zahlen derzeit Miete inkl. monatlicher Nebenkosten: 420 Euro, wobei zu beachten ist, dass das ganze Projekt privat finanziert wird.

 

Was war schon da?

Die Fläche war 10 Jahre verwildert, es waren also viele Bäume gewachsen und vor allem war alles von wildem Wein überwuchert.
Die Container waren ohne Fenster und es gab auf dem Gelände viel Müll, auch in den aufgeschütteten Erdhaufen, im Müllberg. Die Steinbeeteinfassungen mit Bäumen (Eiche, Eibe, Mammutbaum, Kastanie, Koniferen, sehr dicht gepflanzt.
Es war also so wie auf dem Grundplan zu sehen, aus dem die “entbehrlichen Bäume” schon entfernt wurden: eine Fläche mit einigen schattenwerfenden Bäumen und den Containern.
Insgesamt rund 4000qm; Nordausrichtung zeigen

 

Anfänge & Gruppenentwicklung

Wann fing es an?

Der Pachtvertrag wurde im Herbst 2016 unterschrieben. Danach haben wir Leute gesucht, die mitmachen wollen. Aber anstatt nun irgendwie loszuwursteln, haben wir erst nur beobachtet (Tiere und Pflanzen bestimmt), Sonnenstand, Baumhöhen, Wind, Frost → erstes Permakultur-Design im Frühjahr 2017 (Sektoren, Zonierung, Plan bis 2020) auf der Grundlage eines Dragon Dreaming (Visionsfindung in Gruppe).
PK-Wissen: in der PK gibt es bestimmte Ablauf-Prozess-Modelle. Gemeinsam ist allen, dass Beobachten das erste ist, was stattfindet. Wenn man weiß, wo man ist und was man vor sich hat, kann man überlegen, planen und dann tun….und nachher feiern 🙂
Zuersteinmal stand also das Beobachten, also zb wie ist hier der Sonnenschein verteilt?
Das kann man dann auch grafisch zeigen:

 

Dann umfasst Permakultur ja auch viele, eigentlich alle Lebensbereiche. Also zb auch das Soziale, das Miteinander.
Beim Dragon Dreaming entwickelte die Gruppe (darunter 3 Menschen in der Permakultur-Ausbildung, von denen einer das Projekt später maßgeblich mit umgesetzt hat) ihre Vision und entwickelt daraus ganz konkrete Ziele, zb den Wunsch einen Treffpunkt zu haben auf dem Gelände.
Auf der Grundlage so einer Vision kann dann schon für längere Zeit vorausgeplant werden, in diesem Falle dann bis ins Jahr 2020 (also drei Jahre voraus)…

Die verschiedenen Bereich sieht man auf diesem Plan ganz gut:

 

Verschiedene Bereiche wurden dann nochmal separat geplant, zb der Waldgarten und die Streuobstwiese. Dabei ist wichtig zu sehen, dass zb die Bäume immer schon mit dem zukünftigen Kronendurchmesser eingeplant werden. Also auch wenn im Moment der zentrale Baum unseres Waldgartens, eine Esskastanie, noch kaum 2m hoch ist, sieht der Plan bereits eine Größe von 15m Kronendurchmesser vor – und die anderen Pflanzen werden entsprechend gepflanzt. Ihr werdet später draußen sehen, wie das im Moment konkret aussieht, nach drei Jahren.

In dieser Grafik wurde auch der Schatten eingezeichnet: es ist also ein eher schattiges Gelände… mit Kiesuntergrund und zunächst wenig Humus.

 

– Wie ging es weiter? 

Die Container wurden entmüllt.(Hinter dem Seminarraum kann man durch das Fenster ganz gut einen Originalzustand bestaunen 🙂
Das erste, was gebaut wurde, war die Komposttoilette (aus Kellertüren vom Gelände) und Hochbeete um zu gärtnern.

Förderung vom Bundesumweltministerium August 2017-2019 im Programm “Kurze Wege” zwei halbe Stellen für Veranstaltungsprogramm „Klimaschutz durch angewandte Permakultur“. Durch die geschickte Kombination von Bildung, was wir als Gruppe lernen wollen und das was auf dem Gelände entsteht (z.B.Hügelbeete, Baumschule, Wassersysteme & Teichbau, Marktgarten, Waldgarten etc.) konnte innerhalb kurzer Zeit sehr viel entstehen.

 

Ziele des Projekts

Demonstrations- und Lernort für Permakultur, Veranstaltungsort, auch zum experimentieren und ausprobieren, für angehende PK-Designerinnen und Studentinnen.

Permakulturschaugarten, um die Permakultur unter die Leute zu bringen, Kontakt mit der Natur ermöglichen, eigene Projekte designen, planen, realisieren, Treffpunkt, Raum für Austausch, Feste.