Mini-Marktgärtnerei

In einer Marktgärtnerei (oder engl. Market Garden, oder Bio-intensiver Gemüseanbau)  lässt sich mit einfachen Techniken und auf kleinster Fläche effizient Gemüse produzieren. Dabei werden bodenschonende & bodenaufbauende Methoden in den intensiven Gemüsebau integriert: Handarbeit mit speziellen Gartenwerkzeugen, viel organisches Mulchmaterial, immer wieder eine Gründüngung und auch mal Abdecken mit Folie zur Unkrautbekämpfung. Da der Boden als lebendiges System begriffen wird, kommt konsequent hochwertiger Kompost zum Einsatz, um die Bodenstruktur zu verbessern und das Bodenleben zu fördern. Die in ihren Dimensionen standardisierten Beete haben eine Breite von 75cm, dazwischen befinden sich 45 cm breite Wege, die wir mit einer dicken Schicht aus Holzhäckseln mulchen.

Bei dieser Anbaumethode ist das Timing wichtig. Was wann wie ausgesät, vorgezogen, umgetopft, ausgepflanzt wird, richtet sich nach einem festen Plan. Die Planung erfolgt von hinten nach vorne. Am Anfang steht die Frage: Was will ich wann in welcher Menge ernten? Dann geht’s die oben genannten Schritte bis zur Aussaat rückwärts. Wir interessieren uns für die Muster, den Planungsprozess, Anbaumethoden, Arbeitsabläufe, die „Vermarktung“. Wenn wir diese verstanden und praktisch auf kleiner Fläche erfolgreich umgesetzt haben, können wir das Ganze auf größere Flächen übertragen.

Diesen Herbst haben wir mit Hilfe der Teilnehmer*innen eines 72h Permakultur-Designkurses 32 Beete mit einer Länge von jeweils drei Metern angelegt, sechs davon unter unserem neuen Folientunnel. Hier wollen wir in der Saison 2019 praktische Erfahrungen sammeln. Die Planungsarbeit dafür beginnt diesen Winter. Unser Ziel ist eine möglichst umfassende Versorgung unserer Veranstaltungsküche.

Das Projekt ist offen für Menschen, die kontinuierlich mitarbeiten wollen.