Fields of Tomorrow

Gepostet am 13 November 2025 von Yvonne Stolterfoht

Am 3. November hatten Pia, Pati und Yvonne das große Vergnügen, einen ganzen Tag für eine internationale Gruppe junger Menschen Anfang 20 zu gestalten.

Fields of Tomorrow“ ist eine internationale Jugendbegegnung in Berlin, die sich auf die Themen urbane Landwirtschaft, nachhaltige Ernährung und soziale Gerechtigkeit konzentriert. Das Projekt, das vom Erasmus+ Programm gefördert wird, bringt junge Menschen aus Deutschland, Frankreich und Italien zusammen, um durch Workshops, Besuche bei lokalen Initiativen und gemeinsame Projekte praktische Lösungsansätze für zukünftige Lebensmittelsysteme zu entwickeln. 

Die Gruppe war zwei Wochen lang im Rahmen des BUNDjugend-Projekts „Fields of Tomorrow“ in Berlin und Umgebung unterwegs, um sich mit dem Thema „rethinking urban agriculture and future-proof food systems“ zu beschäftigen. An Tag 6 hatten wir die die Ehre des Besuchs im Peace of Land an der KulturMarktHalle.

Während Pia und Yvonne am Vormittag theoretische Inputs zu urbaner Landwirtschaft und Permakultur gaben, bereitete Pati im Hintergrund ein leckeres Mittagessen zu. Es gab verschiedene italienische und mediterran bis orientalisch inspirierte Gerichte – sehr zur Freude vieler Teilnehmender aus Italien. Von ihnen gab es sogar ein inoffizielles Qualitätssiegel „1A“ für die großartige italienische Küche. In Topf und Pfanne landete unter anderem Schwarzkohl, den wir im Peace of Land großflächig kultivieren. Aber auch gerettete Lebensmittel sowie Zutaten aus Too-Good-To-Go-Rettertüten kamen zum Einsatz. Auch das verstehen wir als gelebte Permakultur: Ressourcen wiederverwenden und mit dem arbeiten, was bereits da ist.

Da Yvonne nur etwa eine Stunde Zeit hatte, um Permakultur zu erklären, kamen visuelle Konzepte wie die Permakultur-Blume und die Permakultur-Rakete zum Einsatz. Interessanterweise brachten viele der jungen Menschen schon erstaunlich viel Vorwissen mit – unter anderem kannten alle sogar soziokratische Handzeichen. Das erleichterte die Zusammenarbeit in dieser großen Gruppe mit fast 30 Personen ungemein.

Nach dem Mittagessen ging es nach draußen. Das gemeinsame Praxisprojekt an diesem Tag war der Bau einer Benjeshecke: ein lebendiger Zaun aus aufgeschichtetem Totholz. Er hat gleich mehrere Vorteile: Holzreste wie Äste, Zweige und Reisig können platzsparend verwertet werden, und gleichzeitig entsteht wertvoller Lebensraum für Insekten und Kleintiere.

 

Als wir damit begannen, den bereits großen Asthaufen vom Jahr abzutragen und die Fläche für die Hecke freizuräumen, waren wir plötzlich alle überrascht: Genau an dieser Stelle saß ein riesiger, runder Igel – offensichtlich schon im Übergang zum Winterschlaf. Es war eine Mischung aus Freude und Schreck, weil wir ihn möglicherweise aufgescheucht hatten.

Doch alle reagierten blitzschnell und einfühlsam: Innerhalb von 20 Sekunden war ein Weidenkorb organisiert, ein gemütliches Nest gebaut, der Igel vorsichtig hineingesetzt und dick mit Laub zugedeckt, damit er schnell wieder zur Ruhe kommen konnte.

Dann bauten wir bei schönstem sonnigen Herbstwetter in zwei bis drei Stunden die Benjeshecke. Mit einem Erdbohrer setzten wir senkrechte Pfähle in die Erde und schichteten das Totholz dazwischen auf. Für den Igel wurde sogar eine kleine, spiralförmige Nestkammer aus senkrecht gestellten Hölzern inklusive liebevoll gewobenen Wänden aus Reisig, gebaut und mit trockenem Gras sowie viel Laub ausgepolstert. Bevor wir die Hecke schlossen, setzten wir den Igel behutsam in sein neues Winterquartier zurück, deckten alles wieder zu und hoffen nun, dass er sofort weitergeschlafen hat – ohne allzu viel Aufregung.

Da es doch sehr viele Hände waren als die kleine Totholzhecke bedurfte haben einige kurzerhand noch Unmengen an Herbstlaub von der Terrasse der KultzrMarktHalle gefegt und damit unsere Beete gemulcht und den Rest zu großen Laubkomposthaufen zusammen gehäuft.

Zur Belohnung gab es von Pati dann einen selbstgemachten Brotpuddingkuchen – ein Rezept, das hervorragend geeignet ist, um nicht mehr genutztes Brot weiterzuverwenden. In diesem Fall war es ein Weihnachtszopf, den Pati ursprünglich für ihre Plattform YumYumYum gebacken hatte und der nun eine köstliche zweite Verwendung fand. Die Rezepte findet ihr demnächst hier im Blog und einige auch direkt auf der Plattform zum selbstständig Kochen lernen für Kinder: yumyumyum.co

Bei Tee und diesem warmen Puddingkuchen saßen wir anschließend mit den übrigen Teilnehmenden zusammen und sammelten Feedback ein. Sowohl mündlich als auch schriftlich erreichte uns wirklich wunderbares Feedback – zu unserer Art, Inhalte zu vermitteln, zur Struktur des Tages und auch unglaublich wertschätzende Worte zum Essen.

Auch wenn wir insgesamt fast elf Stunden vor Ort waren, inklusive Vor- und Nachbereitung, hat uns dieser Workshop sehr viel Energie und Freude gegeben. Wir freuen uns sehr über diese Anfrage und möchten andere Menschen ausdrücklich dazu einladen, ähnliche Tagesaktivitäten bei uns im Peace of Land zu buchen und gemeinsam mit uns zu gestalten.