Solidarischer Adventskalender #11 Gemeinwohlorientiert & Gemeinschaftlich
– ein anderes Wirtschaften ist möglich
CSX – Gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften
Gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften — kurz CSX — ist ein Ansatz, der in den letzten Jahren immer mehr Menschen anspricht. Viele von uns kennen das Prinzip aus der solidarischen Landwirtschaft: Menschen schließen sich zusammen, teilen Verantwortung und tragen gemeinsam die Kosten, die Risiken und die Erträge eines Projekts.
CSX überträgt genau dieses Prinzip auf andere Bereiche des Lebens und der Wirtschaft: auf Handwerk, Kultur, Nachbarschaftsangebote, soziale Räume, Reparaturwerkstätten, Dienstleistungen und viel mehr.
Das CSX-Netzwerk unterstützt Gruppen, die gemeinschaftsgetragene Projekte aufbauen wollen.
Sie helfen mit Werkzeugen, Leitfäden, Beratung und Erfahrungsaustausch.
Im Zentrum steht die Frage: Wie können wir unsere wirtschaftlichen Grundlagen so organisieren, dass sie stabil, gerecht und menschlich sind — und gleichzeitig unabhängig von Marktzwängen bleiben?
Die Grundidee ist einfach, aber empowernd:
Eine Gemeinschaft trägt ein Projekt. Nicht ein einzelnes Unternehmen trägt die Gemeinschaft.
Dadurch entstehen Strukturen, die krisenfester sind und den Menschen dienen, nicht der Profitlogik.
Was wir daran besonders schätzen:
CSX verbindet Wirtschaft mit Beziehung.
Man kennt die Menschen hinter einem Projekt und trägt es bewusst mit — finanziell, organisatorisch oder durch Mitwirkung.
Für uns ist das gelebte Permakultur: „Sorge für die Menschen“ und „Teile gerecht“ in wirtschaftlicher Form.
Rückblick und Ausblick
Das CSX-Netzwerk bietet regelmäßig Workshops, Austauschräume und Werkzeuge für Gruppen an, die selbst gemeinschaftsgetragene Projekte starten oder weiterentwickeln möchten.
Auf der Website findest du laufend neue Beispiele und Erfahrungsberichte von Projekten, die bereits CSX-basiert arbeiten — eine gute Inspirationsquelle, wenn du selbst eine Idee in diese Richtung entwickelst.
Schau gern mal rein:
https://csx-netzwerk.de/
Gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften ist kein Trend, sondern eine echte Alternative.
Vielleicht genau das richtige Modell, um 2026 ein eigenes, gemeinsames Projekt anzustoßen.
Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ)
Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ist eine zivilgesellschaftliche Bewegung und ein Wirtschaftsmodell, das das Ziel verfolgt, die Wirtschaft anstelle von Profit auf das Gemeinwohl auszurichten. Sie basiert auf Werten wie Menschenwürde, Solidarität, Nachhaltigkeit sowie Mitbestimmung und Transparenz. Ein Kerninstrument ist die Gemeinwohl-Bilanz, mit der Unternehmen ihren Beitrag zum Gemeinwohl bewerten und durch Vorteile wie niedrigere Steuern oder öffentliche Aufträge belohnt werden können.
Kernprinzipien
Gegenmodell zum Kapitalismus: Statt auf Konkurrenz und Profitmaximierung setzt die GWÖ auf Kooperation und das Streben nach dem Gemeinwohl.
Werteorientiert: Das Modell basiert auf Werten wie Vertrauen, Mitgefühl, Respekt und Harmonie, um menschliche Beziehungen zu fördern, im Gegensatz zum traditionellen Modell des „Homo oeconomicus“.
Die Gemeinwohl-Matrix ist ein zentrales Bewertungsinstrument, das den Beitrag einer Organisation zum Gemeinwohl in Bezug auf verschiedene Stakeholder-Gruppen und übergeordnete Werte misst.
Anreize für nachhaltiges Handeln: Unternehmen, die eine positive Gemeinwohl-Bilanz aufweisen, sollen Vorteile erhalten, um nachhaltiges und ethisches Verhalten zu belohnen und zu fördern.
Kritik am Systemfehler: Die GWÖ sieht einen Systemfehler in der aktuellen Marktwirtschaft, bei dem verantwortungsvolles Handeln oft wirtschaftlich benachteiligt wird.
Umsetzung durch politische und gesellschaftliche Prozesse: Die Bewegung strebt an, durch die Einbindung von Politik, Unternehmen und Zivilgesellschaft das Wirtschaftssystem zu reformieren.
Demokratische Zieldefinition: Die Ziele des Wirtschaftens sollen in einem partizipativen Prozess von den Bürgern definiert werden.
Internationale Bewegung: Die Bewegung wurde 2010 gegründet und hat mittlerweile Anhänger auf der ganzen Welt, darunter Unternehmen, Gemeinden und Hochschulen.
Spannende Artikel und Ressourcen zum Thema:
Artikel bei www.degrowth.info
Gemeinwohl Ökonomie Deutschland
Internationale Community
Für alle lesefaulen ein Hörbeitrag im Deutschlandradio
Buch „Die Gemeinwohlökonomie“ Christian Felber
Recipes for Wellbeeing